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Ambivalenz der KI: Hoffnung oder Herausforderung?

Ines Balcik
20.02.2024

AI in der EU

Künstliche Intelligenz (kurz: KI) bzw. englisch Artificial Intelligence (kurz: AI) ist seit einem Jahr in aller Munde. KI gab es schon zuvor, aber welche Bedeutung KI für uns alle längst hat, wurde erst in den letzten Monaten auch einer breiten Öffentlichkeit bewusst. Vorherzusagen, wie der Einsatz von AI die Arbeitswelt beeinflussen und verändern wird, hieße, einen Blick in die Kristallkugel zu werden. Hellseherische Fähigkeiten hat niemand. Klar ist, dass sich die digitale Welt in einem schnellen Entwicklungsprozess befindet. Das Internet hat viele neue Wege geöffnet, aber es ist, wie wir alle auf die eine oder andere Art schon erfahren haben, kein perfektes Paradies. Gesetze sollen dafür sorgen, dass auch die digitale Welt kein rechtsfreier Raum ist.

Europäische Vorschläge zur Regulierung

Bereits im April 2021 hat die EU-Kommission ein KI-Paket vorgestellt, das zum einen auf einen rechtlichen Rahmen für Künstliche Intelligenz abzielt und zum anderen eine Strategie zur Förderung der AI in Europa ausarbeiten soll. Dass KI vertrauenswürdig sein muss, damit sie sinnvoll genutzt werden kann, versteht sich von selbst. Bis zum Vertrauen ist es ein langer Weg, und es dürfte klar sein, dass ohne ein regulatorisches Rahmenwerk kein richtiges Weiterkommen möglich sein wird. (Zu hoffen bleibt, dass der Weg auch nicht in zu vielen Verordnungen und Vorschriften erstickt.)

Forschung und industrielle Kapazitäten sollen gestärkt und gefördert werden, während zugleich Sicherheit und Grundrechte gewährleistet bleiben sollen. Im Januar 2024 hat die Kommission weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Umgangs mit dem großen Themenkomplex KI angekündigt. Der Fokus liegt auf Sicherheit und Transparenz – und auf der menschlichen Dimension. Eine genauere Timeline der bisher erfolgten Schritte findet sich auf der offiziellen Website zum Artificial Intelligence Act.

Potenzial im globalen Wettbewerb

 Der von der EU angestrebte rechtliche Rahmen soll sowohl KI-Entwicklern als auch KI-Anwendern Klarheit bieten. Die EU möchte einen Ansatz zur Förderung von Spitzenleistungen auf dem weiten Gebiet der KI ausarbeiten, damit das europäische Potenzial im globalen Wettbewerb gestärkt werden kann. Letztlich bedeutet das auch, dass die KI dem gesellschaftlichen Wohl dienen soll. Damit dies gelingt, müssen alle EU-Mitgliedstaaten zusammenarbeiten und ihre Anstrengungen koordinieren – ein dauerhafter und nicht immer ein leichter, aber sicherlich ein lohnender Prozess.

Wer auf der Suche nach konkreten Ansätzen und Fördermöglichkeiten ist, findet bereits jetzt Angebote wie Horizont Europa –europäisches Rahmenprogramm für Forschung und Innovation – und das EU-Förderprogramm Digitales Europa (DIGITAL), das digitale Technologien für Unternehmen, Bürger*innen und öffentliche Verwaltungen unterstützt.

Zeitgleich werden Initiativen zur Cyber-Sicherheitsstrategie und zum Data-Governance-Gesetz ausgebaut und weiterentwickelt.

Ethik und Verantwortung

Bei alldem dürfen ethische Grundsätze und Verantwortung derjenigen, die KI entwickeln und einsetzen, niemals außer Acht gelassen werden. Außerdem ist neben Aspekten wie Datenschutz, internationale Zusammenarbeit, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit auch das Thema Bildung und Ausbildung ein wichtiger Baustein im europäischen Umgang mit künstlicher Intelligenz. Gut ausgebildete Fachkräfte sind nötig, um die Chancen von KI zu nutzen – und das im Einklang mit grundlegenden europäischen Werten und Grundrechten und zum Schutz der Privatsphäre aller Bürger*innen. Sorgfältig ausgearbeitete Sicherheitsstandards sind unerlässlich.

Künstliche Intelligenz darf menschliche Intelligenz nicht verdrängen. In unser aller Interesse liegt es, dass KI den Menschen dient. Nicht umgekehrt! KI zum Wohl der Menschen nutzen, das ist unser zntraler Ansatz bei B:Tech. Da halten wir es ganz mit Altmeister Goethe, der Faust im gleichnamigen Werk die geflügelten Worte in den Mund legt: »Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.«

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